Worauf kommt es an?

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Als Israel nach seiner Flucht aus der ägyptischen Sklaverei durch die Wüste zog, nahm ihr Leben eine neue Wendung. Gott befreite Israel aus der Knechtschaft und schenkte ihm die Freiheit. Er machte Israel zu seinem auserwählten Volk und gab ihm die Möglichkeit, die Gesetze Gottes kennenzulernen und der Segnungen gewahr zu werden, die aus dem Gehorsam erwachsen. Gott betrachtete bei diesem monumentalen Unterfangen das große Ganze, und er wusste, dass die Befreiung aus der physischen Sklaverei für Israel notwendig war, damit es seine Reise in Richtung geistlicher Freiheit und Wachstum antreten konnte.

Obwohl die Israeliten zu Gott schrien und ihn anflehten, sie aus der Sklaverei zu befreien, fanden sie dennoch Grund zur Klage, als er sie schließlich befreite. Sie erlebten Wunder zu ihrer Linken, zu ihrer Rechten und überall um sie herum! Gott teilte das Rote Meer, um sie vor der Bedrohung durch die ägyptische Armee zu schützen. Gott versorgte sie mit Manna vom Himmel, um sie zu ernähren, wenn sie hungrig waren. Er gab ihnen Wasser aus einem Felsen, wenn sie durstig waren. Er führte sie auf einem sicheren Weg durch die Wüste, geleitet von einer Feuersäule und einer Wolkensäule. Es war so offensichtlich und klar, dass Gott in ihrer Mitte war und sie auf ihrer Reise segnete, aber das war ihnen nicht genug.

Die Frage, die man sich stellen muss, lautet: Warum? Warum konnte Israel die mächtige Hand Gottes in seinem Leben nicht sehen? Warum konnten die Israeliten nicht das große Ganze dessen erkennen, was Gott für sie tat? Die Antwort lautet, dass sie verstockte Herzen hatten, in der Welt verstrickt waren und sich von den trügerischen Vergnügungen, die sie verkündet, mitreißen ließen. Die Worte der Bibel lehren uns, zu erkennen, wie verkehrt diese Denkweise ist, und dass wir anders sein sollten. „‚[S]o verstockt eure Herzen nicht, wie es geschah bei der Verbitterung am Tage der Versuchung [Prüfung] in der Wüste, wo mich eure Väter versuchten [auf die Probe stellten] und prüften und hatten doch meine Werke gesehen vierzig Jahre lang. Darum wurde ich zornig über dieses Geschlecht und sprach: Immer irren sie im Herzen! Aber sie verstanden meine Wege nicht, sodass ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen.‘ Seht zu, liebe Brüder, dass keiner unter euch ein böses, ungläubiges Herz habe, das abfällt von dem lebendigen Gott“ (Hebräer 3,8-12).

Obwohl Israel frei von Knechtschaft war und sich zu Gott hingezogen fühlte, um ihm zu folgen, so waren die Israeliten doch immer noch in der Welt verhaftet. Ihr Fokus lag nicht auf Gott, sondern auf den physischen Annehmlichkeiten, nach denen sie sich sehnten. „Dennoch sündigten sie weiter wider ihn und empörten sich in der Wüste gegen den Höchsten; sie versuchten Gott in ihrem Herzen [stellten ihn auf die Probe], als sie Speise forderten für ihr Gelüste, und redeten wider Gott und sprachen: Kann Gott wohl einen Tisch bereiten in der Wüste?“ (Psalm 78,17-19). Sie versäumten es, das zu würdigen, was Gott für sie tat. Stattdessen konnten sie nur an ihre materiellen Umstände denken und daran, dass sie immer mehr und mehr und mehr wollten. Aber das, was wirklich wichtig war – ihre Beziehung zu Gott – vernachlässigten sie ganz und gar.

Wir können viel lernen, wenn wir uns die verstockten Herzen des alten Israel vor Augen führen. Es ist einfach, ihre Handlungen im Nachhinein zu verurteilen, aber eigentlich unterscheiden wir uns gar nicht so sehr von ihnen. Wir haben dieselbe fleischliche Natur wie sie. Allerdings leben wir in einer Zeit, in der es um ein Vielfaches schwieriger ist, unseren Fokus zu behalten, weil es so viel mehr reizvolle Ablenkungen gibt, die unsere menschlichen Begierden ansprechen! Wenn wir nicht wachsam sind, dann laufen wir Gefahr, dem gleichen hartherzigen Lebensmuster zu folgen wie das alte Israel.

Angesichts dessen ist es ratsam, dass wir uns selbst hinterfragen. Sehen wir die mächtige Hand Gottes in unserem Leben wirken? Wäre eine Bibelstelle über uns verfasst worden, würde sie über uns dasselbe berichten, was die Bibel über das alte Israel sagt? Würde sie besagen, dass wir darüber gemurrt haben, dass uns nicht materieller Komfort zuteilwurde? Würde sie besagen, dass wir die geistlichen Gaben, die Gott uns im Überfluss schenkt, nicht zu schätzen wissen? Ich hoffe, dass wir in Gottes Augen viel besser sind als das.

So wie Gott Israel aus der Knechtschaft Ägyptens führte, so führt er uns aus der Sklaverei der Sünde heraus. Diese Tatsache ist heute in unserem Leben genauso wundervoll wie sie es damals für Israel war. Das sollte uns Orientierung und Hoffnung geben, denn darauf kommt es an.

Ursprüngliche Übersetzung: Daniel Blasinger

Kirche des Ewigen Gottes
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