Vizepräsident JD Vance sagte kürzlich in Deutschland: „Wir haben einen neuen Sheriff in der Stadt“ und bezog sich dabei auf Präsident Donald Trump in Washington. Aber gibt es jetzt auch einen neuen Sheriff in Berlin? Manche mögen das denken.
Ich spreche von Friedrich Merz (CDU), der neuer Bundeskanzler werden und den zutiefst erfolglosen Olaf Scholz (SPD) ablösen wird. Trump gratulierte Merz, ebenso wie viele andere Staats- und Regierungschefs. Trump gratulierte der AfD ebenso wie einige andere rechtspopulistische Führer. Bei der Bundestagswahl am vergangenen Sonntag erreichte die AfD einen starken zweiten Platz (einer von fünf Deutschen stimmte für sie), sodass CDU und AfD über genügend Sitze für eine Mehrheit im Parlament verfügen würden. Merz sagte jedoch, er werde keine Koalition mit der „rechtsextremen“ AfD eingehen.
Das heißt, „das Erbe der globalistisch-rechtskonservativen Christdemokraten“ müsste eine „große“ Koalition mit der linksgerichteten SPD eingehen, um Deutschland regieren zu können … der gleichen SPD, die unter Scholz maßgeblich für den schrecklichen Niedergang Deutschlands verantwortlich gewesen ist.
In einem aufschlussreichen Artikel nach der Wahl schrieb Breitbart am 24. Februar:
„Aber wie Deutschland in der Angela-Merkel-Ära solche großen Koalitionen zwischen links und rechts erlebt hat, wird die Regierung letztendlich nach links – ganz nach links – gezerrt werden, da die Juniorpartner den Senior als Geisel halten und drohen werden, dass sie die Regierung jederzeit zusammenbrechen lassen können, wenn nicht nachgegeben würde …“
Wird Merz also mit der Zeit an seinem Versprechen festhalten oder es aufgeben, die „Brandmauer“ gegen die AfD aufrechtzuerhalten? Die AfD erklärt sich offen für eine Koalition mit der CDU. Die AfD hat sogar in der Vergangenheit erklärt, dass Merz noch rechtsextremer sei als sie. Sie sagen nun auch, dass die CDU faktisch den Großteil des Wahlprogramms der AfD übernommen habe, um Wähler anzulocken, die sonst vielleicht für die AfD gestimmt hätten. Merz, so heißt es, habe damit seine Partei nach rechts gerückt und sich von Angela Merkels Politik abgewendet.
Der Sieg von Merz wurde als „eines der bemerkenswertesten Comebacks in der jüngeren politischen Geschichte“ beschrieben, und Merz wurde als „ein Wirtschaftskönig in konservativer Kleidung“ bezeichnet. Es ist bekannt, dass Merz seit langem die Interessen einiger der mächtigsten Unternehmens- und Finanzeliten der Welt vertritt, allen voran BlackRock in Deutschland bis 2020. Deutschland wird das erste Land sein, das von einem ehemaligen BlackRock-Funktionär regiert wird. BlackRock profitiert von Sektoren wie der Pharma- und der Unterhaltungsindustrie, den Medien und natürlich dem Krieg. BlackRock ist der größte Vermögensverwaltungskonzern der Welt, der ein Vermögen von rund 6,3 Billionen US-Dollar kontrolliert – das Doppelte des deutschen Bruttoinlandsproduktes.
Da er in erster Linie ein Geschäftsmann ist, feiert man Merz‘ Sieg, so wird uns erzählt, in den Vorstandsetagen von BlackRock und anderen Großkonzernen; da ihnen mit Merz eine beispiellose Kontrolle über Europas größte Volkswirtschaft verschafft wird.
Welche politischen Ansichten hat Merz? Eigentlich ist das sehr schwer zu entschlüsseln. Bei einer Debatte kurz vor der Wahl stellte Merz rhetorisch die Frage, ob man bald noch über die NATO in ihrer „gegenwärtigen Verfassung“ sprechen würde und nicht vielmehr über die Herstellung einer „eigenständigen europäischen Verteidigungsfähigkeit.“
Merz wird als antiamerikanisch und anti-Trump beschrieben. Er sagte: „Die EU darf nicht als Zwerg nach Washington kommen – denn dann wird sie dort auch als Zwerg behandelt.“ Er bemerkte auch, dass Amerikas Intervention in deutsche Wahlen genauso unverschämt war wie Russlands Intervention.
Er übte scharfe Kritik an der Regierung von Donald Trump und forderte Europa während einer Nachwahlrunde dazu auf, sich von Washington zu distanzieren.
Aber ist das ein zutreffendes Bild, das die Position von Merz wirklich beschreibt? Es wurde vermutet, dass Meinungsverschiedenheiten in der Öffentlichkeit weitgehend eine Fassade seien, da die Interessen und Absichten von Trump und Merz angeblich ähnlich seien. Merz schloss sich den USA in Fragen wie der Nord Stream 2-Pipeline an und forderte die Einstellung des Projekts lange vor der Eskalation der Ukraine-Krise. Es mag Meinungsverschiedenheiten darüber geben, wie mit Russland und der Ukraine umgegangen werden soll … aber wir wissen aus Prophezeiungen, dass sich beide Länder am Ende vereinen werden. Trump und Merz wollen, dass Europa mehr – viel mehr – für die Verteidigung ausgibt, und beide unterstützen die globale „Unternehmenselite“.
Aus philosophischer Sicht sind sich Merz und die AfD viel ähnlicher als Merz und die SPD. Werden die Forderungen der SPD in einer großen Koalition so unerträglich werden, dass die Deutschen auf einem dramatischen Wandel bestehen werden, der letztlich in einer Koalition der beiden rechten Parteien münden wird?
Merz machte auch deutlich, dass er der konservative Führer Europas werden will – und fordert damit Merkels Schützling Ursula von der Leyen heraus. Wird der Rückzug Amerikas aus europäischen Angelegenheiten Deutschland, vielleicht unter Merz, die Chance geben, in Europa viel einflussreicher zu werden? Wird Merz in dieser Hinsicht als ein Architekt wirken, um die Entwicklung der Endzeitprophezeiung zu gegebener Zeit zu ermöglichen?
Wir werden sehen müssen, wie sich das alles entwickeln wird.